Heimito von Doderer, der selbst Gründungsmitglied des Alsergrunder Museumsvereins war, hatte seit dem Verlassen des elterlichen „Stammhauses“ (1928) auf 15 Meldeadressen gewohnt, bevor er 1956 in die Währinger Straße 50 übersiedelte. Hier, in nächster Nähe zur Strudlhofstiege, der Titelgeberin seines bedeutendsten Romans, sollte er die letzten zehn Jahre seines Lebens verbringen.
1972, sechs Jahre nach Doderers Tod am 23. Dezember 1966, wurden das Interieur des ehemaligen Arbeitszimmers sowie eine große Zahl persönlicher Gegenstände und Memorabilia des Dichters auf einem Sackwagen in das schräg gegenüber liegende Bezirksmuseum Alsergrund, Währinger Straße 43, transferiert: Sie wurden von der Witwe des Schriftstellers, Maria Doderer, dem Museum als Geschenk überlassen.
Das frühere Besitzgut des Romanciers bildet den Kern der Heimito-von-Doderer-Gedenkstätte des Bezirksmuseums Alsergrund, wie sie in den 1970er Jahren eingerichtet worden ist und heute noch besteht. Der dem Autor gewidmete Bereich gliedert sich in zwei Räume:
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Raum I, von der Größe eines Kabinetts, birgt das ehemalige Arbeitszimmer. Zu sehen sind hier außer dem Originalmobiliar Restbestände aus Doderers Bibliothek – zahlreiche Widmungsexemplare von Schriftstellerkollegen, aber auch alte Lexika, Klassikerausgaben, Wörterbücher, historische Handbücher, Atlanten, Partituren Beethovenscher Symphonien – sowie etwa die Reißbretter, auf die während der Arbeit an den Romanen die so genannten Kompositionsskizzen geheftet waren.
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Raum II gibt im Rahmen einer kleinen Ausstellung Einblicke in Doderers Leben und Werk. Besonderes Augenmerk liegt auf den Wiener Schauplätzen seiner Romane. Zudem zeigen Vitrinen unter anderem Rauchzeug (Tabakpfeifen, -dosen und -beutel) und verschiedene Schreibutensilien (Fässchen mit farbigen Tuschen, Füllfedern, Federhalter) sowie Bogen, Pfeile und Köcher zum Bogenschießen, einem Sport, dem Doderer seit seiner Kindheit nachging.